Ist Pelz nachhaltig?

Um es vorwegzunehmen: Ja, auf jeden Fall! Und wie...! Echter Pelz ist ein beispielhaft nachhaltiges Kleidungsstück.

Das Prinzip: Unter Nachhaltigkeit versteht man eine Art des Wirtschaftens, bei welcher derzeitige Bedürfnisse befriedigt werden, ohne zukünftigen Generationen die Lebensgrundlagen zu entziehen. Kennzeichnend für Nachhaltigkeit ist langfristig orientiertes Denken und Handeln, mit denen ein Fließgleichgewicht der natürlichen Ressourcen erreicht werden soll. Insgesamt wird damit die Idee der inter- und intragenerativen Gerechtigkeit transportiert.

In Bezug auf Kleidung wären längerfristig getragene Kleidungsstücke als nachhaltig zu bezeichnen. Pelze können bis zu 100 Jahre und damit von drei bis vier Generationen getragen werden und dabei von jeder Generation in ein neues Kleidungsstück umgestaltet oder auch nur modernisiert werden. Das IST nachhaltig. Ergänzend soll erwähnt werden, dass so ein Pelz am Ende der 100jährigen Tragezeit biologisch abbaubarer Biomüll wird.

NICHT NACHHALTIG ist dagegen der aktuelle Trend, nach dem internationale Billigbekleidungsketten bis zu 52 verschiedene Kollektionen PRO JAHR in ihren Shops anbieten. Die dort vertriebenen Kleidungsstücke sind als must-haves und it-pieces oder fast-fashion auf eine hier bestehende vergleichsweise reiche Wegwerfgesellschaft zugeschnitten. Nach aktuellen Untersuchungen werden in Deutschland bis zu 25% der gekauften Kleidungsstücke ungetragen weggeworfen resp. entsorgt. Der Rest wird nur meist auch nur wenige Male getragen. Hinzu kommt, dass diese Art Kleidung im Sinne einer Globalisierung fast ausschließlich in besonders armen Ländern (z.B. Bangladesh, Vietnam etc.) unter für hiesige Vorstellungen unmenschlichen Bedingungen produziert wird und von dort v.a. mit Containerschiffen hierher transportiert werden muss.

Die in diesen Kleidungsstücken verwendeten Stoffe (gerne als "tragekomfortabel" bezeichnet) bestehen meist aus Kombinationen von Baumwolle, Viskose und elastischen Fasern ("Elastan". Kunststoffe = Plastik). Nach ihrer kurzen Tragezeit (wenn überhaupt getragen) werden sie entsorgt – zu mehr als zweitklassige Putzlumpen sind sie allerdings nicht zu gebrauchen.

Es ist schnell einzusehen, dass das NICHT nachhaltig ist, nicht nachhaltig sein kann. Denn damit gehen wertvolle Ressourcen (Baumwolle verbraucht wahnsinnig viel Wasser) und humane Arbeitskraft sinnlos verloren. Von intragenerativer Gerechtigkeit kann hier keinesfalls gesprochen werden, sie wird geradezu konterkariert.

Natürlich kann man ein T-Shirt nicht mit einem Pelzmantel gleichsetzen – aber das Prinzip ist hoffentlich klar geworden...